Gruppenpädagogische Intensivbetreuung

Jugendhilfemaßnahme nach §§ 27, 34 SGB VIII

 

"Gruppenpädagogische Intensivbetreuung" in aller Kürze

Das gruppenpädagogische Trainingprogramm von Projekt Chance hat sich bewährt und wurde auf die Anforderungen der Jugendhilfe nach § 27 i. V. m. § 34  SGB VIII, ggf. § 35 a SGB VIII bzw. § 41 SGB VIII angepasst.

Nun können im Rahmen einer Jugendhilfemaßnahme auch junge Männer mit einer

  • Bewährungsstrafe nach §§ 21-26a JGG
  • sog. Vorbewährung  nach §§ 27-30 JGG
  • sog. Reststrafenbewährung nach § 88 JGG

aus dem gesamten Bundesgebiet aufgenommen werden.

Eine Aufnahme im Rahmen einer sog. U-Haftvermeidung nach §§ 71 Abs. 2 / 72 Abs. 4 JGG ist nicht möglich!

Hausordnung und Regelungen schränken die persönlichen Freiheiten des Einzelnen ein. Dieser Einschränkung unterzieht sich der Teilnehmer aber freiwillig, deshalb sind wir keine geschlossene Einrichtung, die eine Unterbringung nach §1631b BGB begründet.

Zielgruppe

Aufnahme finden männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die bereit sind, sich den Anforderungen und den Einschränkungen des Alltags im CJD Creglingen zu stellen, und Verantwortung für sich und die anderen Jugendlichen zu übernehmen.

Die jungen Männer wurden bereits wiederholt straffällig, erhielten vom Jugendrichter eine Bewährungsstrafe nach § 21 JGG oder eine sog. Vorbewährung nach § 27 JGG und die richterliche Weisung, in der Einrichtung zu wohnen und am Programm teilzunehmen. Die Jugendlichen sollen von ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit sowie von ihren physischen und psychischen Voraussetzungen her fähig sein, die Anforderungen der Trainingsmaßnahme erfolgreich zu bewältigen.

Wegen Sexualdelikten, Brandstiftung und schweren Gewaltstraftaten Verurteilte sind von der Aufnahme ausgeschlossen, ebenso Jugendliche, bei denen zunächst eine intensive therapeutische Hilfe angezeigt ist (psychiatrische Auffälligkeiten, manifeste Drogenabhängigkeit)

Aufnahmeverfahren

Das zuständige Jugendamt hat geklärt, dass die Beteiligung des jungen Mannes an einer geeigneten Jugendhilfemaßnahme gewährt wird und stellt eine Voranfrage beim CJD Creglingen. Nach Prüfung der Unterlagen sollte ein interessierter Jugendlicher zunächst die Einrichtung besuchen. Im Zuge dessen werden ihm durch einen Bewohner das Stufen- und Regelsystems vorgestellt.  Im Gespräch mit einem Mitarbeiter, einem Bewohnervertreter, dem Bewerber, seinen Eltern und dem Jugendamt wird erörtert, inwieweit der junge Mann für das Programm des CJD Creglingen geeignet ist.

Ist ein Besuch des Bewerbers nicht möglich kann in Ausnahmefällen dieses Gespräch in seinem Lebensfeld stattfinden. Besteht weiterhin Interesse an einer Aufnahme, muss sich der Jugendliche schriftlich bewerben und hierbei insbesondere seine Ziele benennen und begründen, warum er bei uns aufgenommen werden möchte. Binnen 48 Stunden nach Eingang der schriftlichen Bewerbung teilen wir dem jungen Mann und dem Jugendamt mit, ob und wann eine Aufnahme erfolgen kann.

Hilfeplanverfahren

Die Ausgestaltung der Betreuung und der Ablauf sind durch das Programm (Stufensystem) weitgehend vorstrukturiert. In der Hilfeplankonferenz werden individuell zu klärende Aspekte besprochen, die Zusammenarbeit mit den Eltern thematisiert, das Erreichte überprüft sowie neue Aufgaben besprochen. Als überregionale Einrichtung orientieren wir uns an den Verfahrensweisen und dem Rhythmus der belegenden Jugendämter. Nach unserer Einschätzung sollte nach drei Monaten und im Anschluss alle sechs Monate ein Hilfeplangespräch mit allen Beteiligten (Jugendlicher, Eltern, Jugendamt, Einrichtung) stattfinden.

Beschulung

Die Teilnehmer von Projekt Chance können in unserer CJD Christophorusschule beschult werden. Es handelt sich um eine staatlich anerkannte private Ersatzschule, berufsvorbereitend für Bautechnik.

Dauer und Beendigung

Die Maßnahme ist so strukturiert, dass die Ziele in der Regel in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten erreicht werden und das Ende der Maßnahme bereits bei der Aufnahme festgesetzt wird (in der Regel mit Ende des Schuljahres).  Verlässt ein Jugendlicher ohne Erlaubnis die Einrichtung endet die Maßnahme.

Ziel ist, gemeinsam mit dem jungen Menschen einen Ausbildungsplatz an seinem Heimatort zu finden. Dies wird oft über Praktika bei Betrieben am künftigen Wohnort erreicht. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendamt oder einem zukünftigen Betreuer voraus. In der Regel ist nach der Gruppenpädagogischen Intensivbetreuung eine ambulante Jugendhilfemaßnahme notwendig um das Erreichte zu sichern und die Integration am Wohnort zu gewährleisten.