Strafvollzug in freien Formen

Strafvollzug in freien Formen nach § 7 Abs. 1 JVollzGB IV BW.

 

"Projekt Chance" in aller Kürze

Seit 2003 absolvieren zu einer Haftstrafe verurteilte junge Mehrfach- und Intensivtäter während ihrer Haftzeit ein intensives, herausforderndes Erziehungs- und Trainingsprogramm im Projekt Chance. Das Programm forciert konsequent die Übernahme von Verantwortung jedes Einzelnen für sein Reden und Tun, für seine Anstrengungsbereitschaft, seine Zuverlässigkeit, sein Durchhaltevermögen sowie für sein prosoziales Engagement in der Gruppe. Die Arbeit basiert im Wesentlichen auf dem Ansatz der Positive Peer Culture (PPC), der Gruppenpädagogik sowie auf den Methoden der lösungsorientierten und systemischen Beratung.

Zielgruppe

Projekt Chance nimmt junge Männer im Alter von 14 bis 21 Jahren im Rahmen des Jugendstrafvollzugs in freier Form nach § 7 Abs. 1 JVollzGB IV BW nur aus Jugendstrafvollzugsanstalten in Baden-Württemberg auf. Wegen Sexualdelikten, Brandstiftung und schweren Gewaltstraftaten Verurteilte sind von der Aufnahme ausgeschlossen, ebenso Jugendliche, bei denen zunächst eine intensive therapeutische Hilfe angezeigt ist (psychiatrische Auffälligkeiten, manifeste Drogenabhängigkeit).

Aufnahmeverfahren

Wünscht ein junger Mann die Aufnahme in Projekt Chance, informiert er in der JVA den Sozialdienst und bittet um ein persönliches Gespräch mit dem Jugenddorfsprecher und eines Mitarbeiters von Projekt Chance. Diese erläutern ihm die Bedingungen der Mitarbeit (Regelungen, Tagesablauf, Stufensystem) und prüfen die Motivation. Bei Fortbestand der Motivation bewirbt sich der junge Mann schriftlich bei Projekt Chance. Nach einem Votum von Projekt Chance prüft die Zugangskommission der JVA die Eignung des Bewerbers und der Anstaltsleiter der JVA trifft eine Entscheidung über die Zuweisung in Projekt Chance.

Beschulung

Die Teilnehmer von Projekt Chance können in unserer CJD Christophorusschule beschult werden. Es handelt sich um eine staatlich anerkannte private Ersatzschule, berufsvorbereitend für Bautechnik.

Dauer und Beendigung

Das Trainingsprogramm endet mit Ablauf der Haftstrafe. Bei guter Mitwirkung sowie einer realistischen positiven Zukunftsperspektive endet diese meist mit vorzeitiger Entlassung. Wird der Jugendliche vor Abschluss der Schule entlassen, kann bei Zustimmung und Kostenübernahme des Jugendamtes der Jugendliche im Rahmen der Gruppenpädagogischen Intensivbetreuung in der Einrichtung bleiben und seinen Ausbildungsabschnitt beenden.