Das Konzept von Projekt Chance

"Projekt Chance" ist ein intensives Erziehungs- und Trainingsprogramm für straffällig gewordene Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren. Junge Menschen, die psychiatrisch auffällig, drogenabhängig oder wegen Sexualdelikten verurteilt sind, können nicht aufgenommen werden.

Die Jugendlichen, die im "Projekt Chance" aufgenommen werden, haben einen problematischen Lebensstil entwickelt, den sie nur mit Hilfe eines stark strukturierten und intensiven Trainings verändern können. Jedem Jugendlichen im "Projekt Chance" werden neue Erfahrungen mit seiner eigenen Person, mit der Gruppe der Gleichaltrigen, mit herausfordernden Aufgaben und mit einem konsequenten Team von Pädagogen ermöglicht.

Das Ziel von "Projekt Chance" ist die gelingende Reintegration der Jugendlichen in die Gesellschaft. Dazu müssen die jungen Menschen sich ihrer Handlungs- und Leistungsfähigkeit, so wie ihrer Selbstverantwortung bewusst werden. Das Übungsfeld der Gruppe der Gleichaltrigen und die in der Gruppe geltenden Werte und Normen sind das Zentrum und der Motor der Veränderung.

 

 

Positive Jugendkultur

Die Gruppe der Gleichaltrigen ist für Jugendliche ein zentraler Orientierungspunkt. Das Verhalten in der Gruppe der Gleichaltrigen ist durch bestimmte Normen und Regeln geprägt; oft existieren besondere sprachliche Ausdrucksformen und spezielle Symbole. In der Pädagogik wurde lange Zeit gegen diese Form einer "Subkultur" gearbeitet.

"Projekt Chance" verfolgt dagegen das Ziel, die Gruppe der Peers für ein gemeinsames Ziel zu gewinnen und mit ihnen gemeinsam eine Einrichtungskultur aufzubauen. Dazu nutzen wir u.a. das gemeinschaftliche Leben und Erleben, die gemeinsame Arbeit und die täglichen gruppendynamischen Trainingseinheiten. Prosoziale Werte wie Hilfsbereitschaft und Höflichkeit werden ebenso wie freiwilliges Engagement und die Übernahme von Verantwortung (z.B. in Form der demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten) zum gelebten Alltag einer positiven Jugendkultur.